Harmonisierung von Diktierlösungen

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Das aktuelle Dragon NaturallySpeaking Legal in der Version 13 im Zusammenspiel mit Philips SpeechExecPro in der Version 8.7

 

Philips SpeechExecPro 8.7

Philips SpeechExecPro 8.7

Dragon Naturally Speaking Legal 13

Dragon Naturally Speaking Legal 13

Immerhin zwei Jahre sind bereits vergangen, seit die Spracherkennung Dragon NaturallySpeaking, aus dem Hause Nuance, in der aktuellen Version 13 ihre Dienste beim Diktieren erfüllt.

 

Testberichte und Rezensionen sind mittlerweile in zahlreicher Fülle für die Spracherkennung Dragon Naturally Speaking als stand-alone-Produkt erschienen.

Die vorliegende Rezension befasst sich darum nicht mit dieser Lösung alleine, sondern möchte das Zusammenspiel zwischen der Spracherkennungssoftware und der Diktiersoftware von Philips testen.[1] Kann Dragon die Tätigkeiten als stand-alone-Produkt erfüllen oder ist möglicherweise der Einsatz der zusätzlichen Software von Philips eine effektive und lösungsorientierte Ergänzung?

 

Sinn und Zweck der Diktiersoftware von Philips

Einer der führenden Anbieter von Diktiergeräten für den professionellen Arbeitsbereich, die Firma Philips, liefert eigenständig und als Zubehör zu ihren Diktiergeräten eine Diktiersoftware, die im Zusammenspiel mit der Spracherkennung von Dragon zur effizienten Umsetzung von Sprachdateien, zum direkten Diktieren in die Software, aber auch zum Transkribieren von Sprachdateien eingesetzt wird. Der Hersteller verspricht mit dem Einsatz dieser Software eine effiziente und strukturierte Bearbeitung von Sprachdateien. Hierbei fungiert die Applikation von Philips im Vordergrund. Dragon ist lediglich im Hintergrund eingesetzt und für die wichtige Umsetzung der Sprachdateien zuständig.

 

Gleich vorab: Für diejenigen, die nur gelegentlich Sprachdateien umsetzen und wenige Diktate diktieren, ist die Applikation von Dragon mehr als ausreichend. Bereits dort kann man sehr effizient Sprachdateien schnellstmöglich umsetzen, so dass man z.B. fertige Briefe und andere Texte in Word und Co zur Verfügung gestellt bekommt.

 

Anders sieht es jedoch aus, wenn tägliche Diktate, die sich über das Jahr mehr als summieren, vorhanden sind und eine strukturelle Oberfläche zu Organisation der Dateien benötigt wird. Hier kann die Software von Philips schnell und effizient eingesetzt werden.

 

Funktionen der Software von Philips

Beim ersten Start der Applikation bietet die Software zwei Möglichkeiten zum Diktieren an. Zum einen kann ohne sofortige Umsetzung der Sprache, zunächst klassisch das Diktierte aufgenommen werden.

Philips SpeechExecPro 8.7 Startoberfläche

Philips SpeechExecPro 8.7 Startoberfläche

Hierfür benötigt man ein Mikrofon, das entweder stationär, per Funk oder durch den Anschluss über die verschiedenen Anschlussmöglichkeiten eingesetzt wird.

Der vorliegende Test wird mit einem stationären SpeechMike durchgeführt, das sich mittels USB-Anschluss direkt an den Einzelrechner befindet. Um ergänzend auf die Resultate für die Anwender von mobilen Diktiergeräten aufzeigen zu können, wird auch ein mobiles Diktiergerät der Marke Philips eingesetzt. Der Fairness halber verbleiben wir in Bezug auf die Diktiergeräte bei dem gleichen Hersteller, da das Zusammenspiel von Software und Diktiergeräten mittlerweile bei den großen Anbietern sehr eng funktioniert.

 

Der Autor dieser Rezension wird ertappt, dass er zwar das Fenster der Applikation von Philips geöffnet hat, jedoch direkt in die Word Datei diktiert.

Auch das ist insoweit möglich.

 

Zu den weiteren Möglichkeiten der Applikation von Philips ist zu sagen, dass man Formatvorlagen (Wordvorlagen) bereits vorab implementieren kann, so dass bei der Umsetzung sofort in das richtige Dokument, in der Regel ein Brief mit Briefkopf und weiteren typischen Merkmalen, diktiert werden kann. Leider sind hier nur so genannte RTF-Dateien lesbar. Warum das uralte Format nur hier eingesetzt werden kann und Dateien im Format.doc und.docx als Wordvorlagen nicht einsetzbar sind, konnte bisher nicht eruiert werden. Dies hat zur Folge, dass viele Vorlagen die Tabellen beinhalten durch die Umwandlung in eine RTF-Datei nur schwer in Philips implementiert werden können. Für diejenigen, die Vorlagen verwenden, die keine Tabellen beinhalten, entstehen keine Herausforderungen. Hier sollte Philips in einer der zukünftigen Updates die Möglichkeit für die Zukunft einräumen.

Philips SpeechExecPro 8.7 Einstellungen

Philips SpeechExecPro 8.7 Einstellungen

Die typische Umsetzung, die man bei Dragon kennt ist bereits in Form von Befehlen innerhalb der Applikation von Philips sehr komfortabel und bequem implementiert worden. Dies bedeutet, dass das Starten von Dragon als stand-alone-Produkt nicht mehr von Nöten ist.

Der Diktand oder die Diktandin kann sich somit ausschließlich mit der Applikation von Philips beschäftigen, ohne sich um die Spracherkennung im Hintergrund kümmern zu müssen.

Wichtig ist zu sagen, dass eine sprachliche Umsetzung nur dann ermöglicht wird, wenn eine Spracherkennung auch angeschafft wurde und im Hintergrund dann automatisch von der Applikation von Philips gestartet wird. Wer die Applikation von Philips erwirbt ohne eine Spracherkennung, kann zwar die Software ebenfalls einsetzen. Jedoch ist die sofortige Umsetzung in geschriebenen Text als Menüauswahl nicht gegeben. Man hat somit nur noch die Möglichkeit, klassisch wie früher, bei den auch heute noch weit verbreiteten Kassetten, die Diktate digital aufzunehmen und sie auf der Festplatte zu speichern. Diese Art des Einsatzes ohne Umsetzung bringt aus Sicht des Rezensenten nicht die Effektivität, die man sich zum Einsparen von Zeit und Energie wünscht. Darum ist es meines Erachtens notwendig, beide Applikationen zu besitzen, damit ein schnelles und zügiges Erkennen ermöglicht wird und somit Ressourcen für andere Arbeitsschritte frei werden.

 

Ärgerlich ist, dass trotz der Anschaffung der Softwarepakete von Dragon und Philips die Einbindung der Spracherkennung von Dragon nur dann möglich ist, wenn man eine weitere Lizenz bei Philips zu Implementierung von Dragon NaturallySpeaking erwirbt. Warum dies im Hinblick auf die doch sehr teure Anschaffung der Software von Philips notwendig ist, konnte nicht eruiert werden. Mittlerweile scheint beim Erwerb eines Philips Diktiergeräts inklusive der SpeechExcec Software die Lizenz inklusive zu sein. Falls nicht, sind weitere 120 € zu Einbindung der 1000 € teuren Spracherkennung von Dragon an die Firma Philips oder einem Distributor der Applikation zu bezahlen.

 

Die Einbindung der Software klappt – wie bereits erörtert – sehr gut. Um ein harmonisches Arbeiten zwischen diesen beiden Applikationen zu ermöglichen, sind mehrere Einstellungen nötig, die zum Teil nicht im Handbuch von der Applikation aus dem Hause Philips stehen. Hier befindet sich Philips noch in einer Bringschuld, da zahlreiche Einstellungen, im Hinblick auf die Datenübertragung und das Umsetzen von Diktaten innerhalb der Applikation, von Philips, durchzuführen sind, damit überhaupt ein reibungsloses Arbeiten ermöglicht wird.

Die positiven Dinge überwiegen zu den genannten Kritikpunkten aus dem Hause Philips. Beide Applikationen, sowohl von Philips als auch von Dragon, sind Profi-Applikationen, die im täglichen Berufsalltag große Erleichterung für diejenigen ermöglichen, die täglich mindestens 1-5 Diktate und mehr diktieren.

 

 

Für den Gelegenheitsdiktierer ist die anspruchsvolle Software aus dem Hause Philips – je nach Zweck – womöglich überdimensioniert. Hier kann der Diktand mit der Spracherkennung aus dem Hause Dragon alleine ebenfalls mehr als effektiv in eine Textverarbeitung oder in das dafür mitgelieferte kleine Textverarbeitungsprogramm innerhalb von Dragon NaturallySpeaking diktieren. Die Spracherkennung von Dragon ist derzeit konkurrenzlos. Selbst genuschelte Sätze verarbeitet Dragon in einer außergewöhnlich schnellen und effizienten Umsetzung.

Dragon Naturally Speaking Legal 13 mit alter Oberfläche

Dragon Naturally Speaking Legal 13 mit alter Oberfläche

Die Business-User, die bei der Organisation und im Zusammenspiel mit dem Sekretariat ein erhöhtes Aufkommen an Sprachdateien umsetzen müssen, seien es nun Rechtsanwälte, Ärzte, Unternehmensberater, Architekten, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und andere Freiberufler, genau für diese Klientel ist eine sinnvolle Organisation der gesprochenen Dateien mittels der Philips-Applikation mehr als sinnvoll.

Dragon Naturally Speaking Legal 13 mit neuer Oberfläche

Dragon Naturally Speaking Legal 13 mit neuer Oberfläche

 

Auch das Transkribieren von Sprachdateien, die mittels eines mobilen Diktiergeräts aufgenommen wurden, sind einfach und schnell in das System von Philips implementierbar. Der Anschluss erfolgt regelmäßig über ein USB Kabel, dass die Dateien sofort in die dafür vorgesehenen Ordner implementiert, wo sie dann schnell und bequem sowohl von der Person die selbst diktiert, als auch von einer Assistentin oder einem Assistenten mit wenigen Mausklicks umgesetzt werden können und vorab auch korrigiert werden können.

Fazit

Beide Applikationen (sowohl von Philips als auch von Nuance) arbeiten nach ordentlicher Installation wie aus einem Guss. Selbst das Arbeiten mit vermeintlich schwächeren Rechnern und Prozessoren führte zu keinem Hindernis bei der täglichen Arbeit. Die Installation auf einem fast fünf Jahre alten Rechner (Lenovo ThinkPad X-Reihe) führte immer noch zu flüssigen und sauberen Ergebnissen. Empfehlenswert ist es jedoch, ausreichend Hauptspeicher und eine nicht zu alten Prozessor für die Spracherkennung einzusetzen.

Als Hinweis kann ergänzend gegeben werden, dass mit der besten Software aus dem Hause Philips und aus dem Hause Nuance keine guten Ergebnisse erbracht werden können, wenn nicht ein ordentliches Mikrofon zum Einsatz kommt. Das ebenfalls von Philips mittlerweile bewährte Diktiermikrofon der SpeechMike-Serie erfüllt die Voraussetzungen, so dass es hier nichts zu beanstanden gab. Der Einsatz von Diktiergeräten, die das Format DSS und DSS-pro unterstützen ist wegen einer möglichen Umsetzung der Sprachdateien mittlerweile bei den großen Marken zum Standard geworden. Abschließend wurde auch ein iPhone 6+ als Diktiergerät probeweise eingesetzt. Hierfür war eine App aus dem Hause Philips zu Testzwecken heruntergeladen worden. Die Spracherkennung war vorzüglich. Für gelegentliche Diktate von unterwegs würde somit auch das iPhone genügen. Die Übertragung erfolgt dann mittels gesicherter Leitung über den Philips-Server (kostenpflichtig per annum) oder auf traditionellem Wege als E-Mail. Bei dieser Variante ist jedoch zu beachten, dass sich hier Sicherheitsfragen, insbesondere für die juristischen Berufe ergeben können, was bei der gleichzeitigen Nutzung von Whatsapp und Facebook sowieso hinfällig ist. Zudem ist beim längeren Diktieren mit dem iPhone, da kein Schiebeschalter vorhanden ist, eine unbequeme Handhaltung zu beachten, was jedoch ebenfalls für Gelegenheitsdiktierer sicherlich zu verschmerzen ist.

Das professionelle Diktieren ist im digitalen Bereich angekommen. Die dafür zur Verfügung gestellten Produkte aus dem Hause Philips und Nuance sind Profiprodukte, die das tägliche Leben von verschiedenen Berufsgruppen und von Privatpersonen mittlerweile sehr erleichtern. Wer bei solchen Aussichten noch die klassischen Kassetten verwendet und die Vorteile der digitalen Spracherkennung und des digitalen Diktierens noch nicht wahrhaben möchte, dem entgeht die Möglichkeit, auch außerhalb von Arbeitszeiten der Assistenz, schnell und effektiv einen Schriftsatz zu diktieren und diesen einfach zu unterzeichnen und weiter zu leiten. Bereits dieser Vorteil, gegenüber dem klassischen Diktieren auf Band, ist eines der Hauptgründe, die beiden harmonisierenden Applikationen schnellstmöglich zu implementieren.

 

[1] Die zu testende Software von Philips, die von Philips erhobene, kostenpflichtige Lizenz zur Einbindung der Spracherkennung und die zum Test eingesetzten Mikrofone der Marke Philips wurden vom Rezensenten mit eigenen Mitteln für diese Rezension angeschafft. Die Spracherkennung Dragon in der Version 13 hat der Hersteller zur Verfügung gestellt.

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Khalil

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